Von Abschieden geprägt fuhr ich zum Flughafen, Claudio erwies mir einen wohl letzten Freundschaftsdienst und hat mich begleitet. Einfach war das nicht.... In Lima angekommen, standen noch sechs Stunden Aufenthalt vor mir. Ganz großartig, aber gut, was soll man machen. WLAN Karte gekauft und ab in den Foodcourt mit dem Rechner. McDonald´s gefuttert, bisschen telefoniert und „schon“ konnte ich um 23 Uhr einchecken, ist ja super. Nachdem ich meinen Monsterrucksack abgegeben hatte, ging es durch Security und Immagration, zack, Rechner wieder an, ab ins Netz. Auf ein mal, ich gucke so um mich, sitzt da jemand und ich denk, den kenn ich doch, mensch, woher kenn ich den. Bis es mir dann wie Schuppen aus den Augen fiel: Das war unser höchstbeliebter Zweiter – Ollanta Humala, der Oberspinner, der fast Präsident von Peru geworden wäre. Sitzt da mit seiner Frau und isst einen Donut. War schon ein Highlight, das ist quasi so, als ob man Edmund Stoiber treffen würde... Naja, Highlight, kann man sich drüber streiten. Aber Humala ist so ein Bösewicht, der mal an einem Massaker (angeblich) beteiligt war und auch mal ein paar Geiseln genommen hat. Uhhh, böse, böse,
So, Ollanta war dann wieder weg und ich wieder allein. Der Flieger hatte dann auch noch grandios 1,5 Stunden Verspätung. Um kurz nach drei morgens hoben wir dann endlich ab. GOL hatte Gott sei Dank an dem Tag nicht viele Kunden und ich hatte drei Sitze für mich und habe erst mal drei Stunden gepennt. Danach habe ich mal aus dem Fenster geschaut und wir waren schon über Brasilien – Bäume, Bäume, Bäume, alles grün, wurde auch nicht anders, also wieder pennen.
Gegen 10:30 Ortszeit kam ich dann in Sao Paulo an. Sowas habe ich noch nie gesehen. Im Ernst. Ich wusste, dass Sao Paulo groß ist, ist ja immerhin die drittgrößte Stadt der Welt. Doch das war doch vollkommen jenseits meiner Erwartungen. Die Stadt hat solche Ausmaße, das passt von oben, aus dem Flugzeug, auf kein Foto. Riesig, einfach mega. Eine Megastadt, im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich dachte nur, oh man, wo bin ich jetzt wieder gelandet. Gefährlich soll´s auch sein, einige Vororte haben angeblich (www.wikipedia.de/saopaulo) die höchste Mordrate der Welt. Schön, macht mir Mut. Gelandet im Monstrum, ging´s durch die Einwanderungsbehörde, ganz easy, alles ganz schön gut organisiert am Flughafen Guarulhos. Ab aufs Klo und das Gepäck war auch schon da, holla, die Waldfee. So, Geld tauschen, Reales hatte ich vorher auch noch nie in der Hand, ist aber recht einfach, Kleingeld gibts kaum, da hab ich nix dagegen. So, jetzt wurd´s lustig, ich hatte ja einen Laptop, eine Spiegelreflexkamera, eine Digitalkamera, Geld und was weiß ich noch dabei und nun ab zum Busterminal... Da gibts aber nen Shuttle, Gott sei Dank, ich da rein. Und raus aus´m Flughafen, vorbei an armen Vierteln (was aber noch nicht die ärmsten sind), vorbei am Gefängnis, schöne Stadt, dachte ich. Am Busbahnhof habe ich dann meine ganzen Habseligkeiten in ein Schließfach gepackt – alles rein, Computer, Kamera, alles, das war mir dann doch zu gefährlich. Mit meiner Digicam und etwas Geld habe ich mich dann mit der Metro auf den Weg in die Stadt gemacht – auf ins Getümmel, auf nach Sao Paulo.
Schönes Wohnhaus, oder??? Da so ein kleines Apartment im 58. Stock, in der Mitte, das wär doch was.
Erster Eindruck: Sao Paulo ist hässlich. Meine Kollegen behaupten, ich sei gestört, weil mir Lima so gut gefalle. Ja, geht´s denn? Lima ist eine Schönheit gegen Sao Paulo. Naja, wollen wir nicht fies sein. Es gibt schon einige Dinge zu sehen, aber erst mal war´s so heiß und schwül. Vielleicht war ich auch einfach nur zu müde und dazu noch allein unterwegs, recht misstrauisch, da meine Kamera gerade neu gekauft war. Erst mal habe ich mich auf den Weg zum Edificio Italia gemacht – 41 Stockwerke mit Blick über die Stadt. Dort angekommen, ja, hallo, ich würd gern auf den Tower. Ne, das geht für das gemeine Volk erst am drei, es war zwei. Sonst müsste ich im Restaurant essen. Gut, mal gucken, wie teuer das ist. Ne, 50 Dollar doch ein bisschen viel. Also wieder runter. Was passiert, es fängt an zu schiffen wie Sau. Ich komme doch aus Arequipa, da regnet es maximal 15 Tage im Jahr. Ab ins Internetcafe, auch was neues. Gut, es wurde dann drei Uhr und es schüttete immer noch wie aus Eimern. Ich habe dann als erste Anschaffung Brasiliens einen Regenschirm gekauft. Voll schön, so mit Blumen und in rot. Ab aufs Edificio und ich sage euch, was für ein Ausblick. Schön ist was anderes, aber beeindruckend ist es schon. Hochhäuser, wohin das Auge reicht. Einfach nur Betonklötze, hunderte, überall. Ich habe sooo viele Fotos geschossen davon, aber sehen doch alle gleich aus – voll mit Betonbauten.
Nach dieser Tour habe ich mir ein Taxi genommen, mit Vorsicht, peruanische Taxifahrer können einen schon mal ausrauben. In Sao Paulo scheinen die aber nett zu sein, war meiner auf jeden Fall, und kutschte mich zur Avenida Paulista – einer achtspurigen Straße in Sao Paulo. Die bin ich dann langgelaufen, schon beeindruckend, überall sind Banken, Geschäftshäuser – Sao Paulo ist das absolute Wirtschaftszentrum des Landes. Hier sitzt jeder, der Rang und Namen hat (hab aber keinen gesehen). Danach ging´s noch lecker Fleisch essen, gibt´s hier viel und gut, das kommt mir entgegen.
Ich war dann ganz schön platt, außerdem sollte mein Nachtbus bald gehen – zehn Stunden bis Timbó, noch mal 1,5 Stunden warten, eine Stunde bis Doutor Pedrinho und da sollte mich dann Otto abholen. Der Bus war top, Schlafbus, ich hab trotzdem nicht so viel gepennt, aber die Tour war angenehm. Am nächsten Tag kam ich dann in Doutor Pedrinho an, nach zwei Nächten ganz schön müde.... Was mich dann dort erwartet hat, das gibt´s in den nächsten Tagen!!!
Hier noch ein paar Fotos:
Das ist noch mal Sao Paulo im Anflug.
Blick von einer Brück auf einen Park...
Da ist sie, die Skyline von Sao Paulo aus dem Panorama-Salon des Edificio Italia.
Ich bin nicht in den Dschungel gefahren, das ist ein Park, mitten in der Riesenstadt Sao Paulo, der kommt dann mal einfach eben so.
1 Kommentar:
Hi Babs!
Ich wollte mich doch hier mal verewigen. Vielen Dank für deine Infos über dein Verbleiben. Ich lese sie immer wieder mit Erstaunen.
Ich sende dir ganz liebe Grüße und wünsche dir alles Gute für deine geilen Reisen. Hört sich echt super an. WIr hatten letztes Jahr ein geiles Erlebnis. Mexiko-Rundreise. Super klasse.
Schöne Grüße auch von Arne.
Liebe Grüße - Jana
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